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Dies ist mein Blog, auf dem ich unregelmäßig über verschiedene Dinge schreibe, die mich so interessieren. Meistens geht es um technische Themen - aber nicht ausschließlich.
Wie man 2013 Daten aufbereitet. Zwei Beispiele.

Wie man 2013 Daten aufbereitet. Zwei Beispiele.

Wir leben in einer Welt, in der wir theoretisch Zugriff auf alle Daten haben. Innerhalb weniger Minuten hat man eine Tabelle vor sich, die die Kindersterblichkeit verschiedener Länder mit den Absatzzahlen von Coca Cola in Relation setzt. Unfassbar große Datenberge mit denen oft auch unfassbar großer Unfug getrieben wird. Plus: Menschen sind anscheinend wirklich, wirklich schlecht darin, diese Datenberge korrekt zu interpretieren.

Das gelingt schon viel, viel besser wenn man diese Daten visualisiert. Hier mal zwei konkrete Beispiele, die Ansporn für alle von uns sein sollten, die Daten in irgendeiner Form aufbereiten.

Das erste Beispiel ist ein sehr einfaches, jedoch nicht minder beeindruckendes: Der heutige Tag in Relation zur Ewigkeit. Einfach immer weiter unten auf “okay” klicken. Here is Today.

 Im zweiten Beispiel geht es darum, wie das private Gesamtvermögen der USA über ihre Bürger verteilt ist:

 

So, liebe Journalisten, die ihr tagtäglich versucht uns politische und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verdeutlichen: Sehr zu, dass euch eure Redaktionen und Verlage Fortbildungen in “Datenvisualisierung” bezahlen. In einer immer komplexer werdenden, sich immer schneller drehenden Welt wird es immer wichtiger, den Durchblick zu behalten. Und man muss die Frage stellen, ob seitenlange Aufsätze und Reportagen noch das Mittel der Wahl dazu sind. Natürlich kann man in Texten noch präziser sein. Aber Menschen brauchen zu allererst einen Überblick. Einen Überblick, der Fakten in Relation zueinander oder in einem Gesamtkontext präsentiert. Auf!

15. Mai 2013 0 comments Read More
Feiertage

Feiertage

Seit ziemlich genau einem halben Jahr bin ich inzwischen ordentlicher Angestellter und komme seit dem in den Genuss, Feiertage auch wirklich feiern zu können. Beziehungsweise an den Abenden vor den Feiertagen feiern zu können. Denn bislang galt für mich immer: Ein Feiertag ist ein Tag an dem ich kein Geld verdiene. Es sei denn, ich “verschwende” einen Tag meines Jahresurlaubs darauf.

Dieser Mai ist ein Monat, in dem ich mich vor zusätzlichen freien Tagen gar nicht retten kann. 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Pfingsten. Und die ersten beiden liegen so günstig, dass man mit drei Urlaubstagen auf ein mal fünf und ein mal vier freie Tage am Stück kommt. Super.

Christen-Feiertage

Die meisten deutschen Feiertage sind allerdings christlicher Natur und da habe ich so ein paar Probleme mit. Erstens bin ich kein Christ und zweitens halte ich Religion per se für schädlich und drittens bin ich sehr für die absolute Trennung von Kirche und Staat. Irgendwie finde ich solche Tage immer merkwürdig. Ja, man hat frei und das ist natürlich toll. Aber an vielen Feiertagen weiß ich überhaupt nicht, weshalb ich frei habe. Und wenn man sich dann damit beschäftigt, wird einen schnell klar, was für einem nahezu okkulten Quatsch man da feiert. Tote werden wieder zum Leben erweckt und so. Eine echte Ausnahme bildet Weihnachten. Vermutlich weil es das einzige Fest ist, dass wirklich ausgiebig zelebriert wird und dem man nicht ausweichen kann. Ich wette, mehr als die Hälfte der nächsten Donnerstag freihabenden Bevölkerung weiß nicht, wieso sie da frei hat.

Religiöse Feiertage abschaffen

Streng genommen müsste ich also dafür sein, religiöse Feiertage einzustampfen. Noch strenger genommen müsste ich also dafür sein, religiöse Feiertage ersatzlos einzustampfen. Ersatzlos, weil alles andere Quatsch wäre. “Ich bin zwar kein Christ aber wenn ihr mir meinen christlichen Feiertag wegnehmt, will ich dafür angemessen entschädigt werden!” – Klappt nicht.

Mir ist allerdings sehr wohl bewusst, dass das ersatzlose Streichen von diesen Feiertagen nicht passieren wird. Dafür gibt es keine Mehrheit. Und, mal ganz ehrlich: Wer will schon freiwillig auf freie Tage verzichten? Zumal solche, um die man nicht mal verhandeln muss? Trotzdem bin ich sehr dafür, den ganzen religiösen Firlefanz auch so weit vom Staat zu trennen, dass diese Feiertage eben nicht mehr automatisch frei sind.

Alternative A: Staatsfeiertage

Ich glaube, es ist breiter Konsens, dass “der Deutsche” nicht explizit dem Pfingstmontag, sondern lediglich einem freien Tag nachtrauern würde. Man könnte religiöse Feiertage in ihrer Anzahl also durch so etwas wie “Staatsfeiertage” ersetzen. Karfreitag und Ostermontag fallen weg, dafür feiern wir ab jetzt das Ende des zweiten Weltkriegs und die Befreiung von Auschwitz mit einem freien Tag. Statt Pfingstmontag die Einführung des Wahlrechts für Frauen. Und so weiter. Das hat zwei Vorteile gegenüber der kompletten Abschaffung. Erstens geht nur ein Teil der Bevölkerung auf die Barrikaden, die Hard-Core-Christen nämlich, und zweitens kann man damit Tage wie zum Beispiel die Gründung der Europäischen Union, die wirklich ausnahmslos alle Menschen, die in diesem Staat leben, direkt betreffen würdigen. Nicht nur solche, die für eine Minderheit wirkliche Bedeutung haben.

Alternative B: Komplett freie Wahl

Sollte man zu der Auffassung gelangen, dass Religionen eine zu wichtige Rolle in diesem Staat spielen, könnte man jedem Bürger die Wahl der Feiertage freistellen. Man kann ja leicht ermitteln, wie viele religiöse Feiertage der Deutsche im Schnitt pro Jahr hat und addiert diese Anzahl einfach zu der im Bundesurlaubsgesetz festgeschriebenen Anzahl von Mindesturlaubstagen pro Jahr. So wird zum Einen die Trennung von Kirche und Staat erreicht und zum Anderen werden Menschen nicht in der Anzahl ihrer freien Tage beschnitten, für die es inzwischen ja schon so etwas wie ein Gewohnheitsrecht gibt.

Wirklich religiösen Menschen kann man dann noch in so weit entgegen kommen, dass man Ihnen das Recht einräumt an für sie wichtigen religiösen Feiertagen garantiert frei nehmen zu können. Damit Cheffe nicht sagen kann “Ja, feiere doch ruhig deinen Pfingstmontag – aber mach das bitte schön gefälligst hier im Büro, da gibt’s keinen Urlaub!”. Aber das muss dann halt auch für jede Religion gelten und seitens des Arbeitnehmers verbindlich für, sagen wir, ein Jahr, damit er sich nicht heute als Christ, morgen als Moslem und übermorgen als Buddhist fühlt, um alle Feiertage mitnehmen zu können.

3. Mai 2013 0 comments Read More
Bietet Videoüberwachung Terroristen eine Plattform?

Bietet Videoüberwachung Terroristen eine Plattform?

Es ist nicht auszuhalten!

Reflexartig und ohne auch nur eine halbe Sekunde nachzudenken wurde nach den Explosionen beim Boston-Marathon wieder nach mehr Überwachung, vor allem mehr Videoüberwachung, geschrien. Ganz vorne mit dabei natürlich wieder Herr Uhl von der CDU aber auch Herr Oppermann (SPD) sympathisierte in der Tagesschau (oder waren’s die Tagesthemen?) mit der Idee. Immerhin Claudia Roth, die mir sonst völlig unsympathisch ist, erteilte diesem Streben in der selben ARD-Sendung eine klare Absage.

Aber gucken wir doch mal ein paar Minuten lang auf die Fakten. Gab es Videoüberwachung beim Boston-Marathon, respektive generell in der Stadt Boston? Ja. Hat das die beiden mutmaßlichen Terroristen davon abgehalten dort ihre Bomben zu platzieren und hochgehen zu lassen? Nein. Natürlich, mit noch mehr Kameras und noch mehr Überwachungspersonal hätte man das vielleicht verhindern können. In der Theorie. Wenn man jedem Bürger 24/7 einen Polizisten zur Seite stellen würde gäbe es übrigens gar keine Verbrechen mehr. Nicht mal mehr Ordnungswidrigkeiten! Praktisch ist die totale Überwachung, die eine logische Konsequenz der Forderungen ist, nicht bezahl- und umsetzbar. Ganz zu schweigen davon, dass nicht nur ich sie (zumindest in Deutschland) für verfassungswidrig halte. Zumindest die anlasslose Überwachung.

Das viel wichtigere Argument ist jedoch die Natur des Terrors selbst. Denn worauf kommt es Terroristen in aller Regel an? Angst und Schrecken zu verbreiten. Aufmerksamkeit erhaschen – für sich, die Tat und das dahinter stehende Ziel.
Menschen, die nicht genug Aufmerksamkeit bekommen können gehen hierzulande in den Big-Brother-Container. Weil sie dort 24/7 von Kameras überwacht werden. Warum sollte denn bitte ein Terrorist auf die Idee kommen, nur weil es in Boston Kameras gibt sein Attentat irgendwo in den Wäldern vor den Toren der Stadt zu verüben, wo es a) keiner mitbekommt und es b) keine Opfer gibt? Nicht mal potenzielle. Außer zwei Kaninchen, einer Ameisenkolonie und ein paar Bäumen.

Hat schon mal jemand eine wissenschaftlich Arbeit darüber verfasst, ob man den Terroristen durch die Videoüberwachung nicht erst recht eine Plattform bietet? Und zwar ganz unabhängig von der “privaten Videoüberwachung” bei Großereignissen, die die Besucher solcher Veranstaltungen mit Ihren Smartphones und Tablets vornehmen.

Ich habe dazu natürlich keine empirischen Daten. Aber anscheinend hat sich da auch noch niemand so richtig mit beschäftigt. (Wenn ihr diesen Text zum Anlass für die Wahl eures Dissertationsthemas nehmt – ich hätte gerne ‘ne Kopie davon mit Widmung! :) ) Ich denke aber, man sollte da mal drauf rumdenken. Führ die Ausweitung der Videoüberwachung zu einer Lose-Lose-Situation, in der die Freiheit der “anständigen Bürger” beschnitten und zugleich den Terroristen neue Anreize gegeben werden. Und müssen sich dann all jene Schreihälse, die mehr Überwachung wollen, dann als Helfershelfer der Terroristen alle gegenseitig verhaften?

27. April 2013 0 comments Read More
Kommt es zur Stadtflucht?

Kommt es zur Stadtflucht?

Es ist kein Geheimnis, dass sich Magazine wie Landlust verkaufen wie geschnitten Brot. Menschen dürstet es offenbar nach einem Stück ländlicher Idylle und Beschaulichkeit. Ich stelle mir die Frage, wann sich dieser Durst nicht mehr durch 100-seitige Papierhefte stillen lässt. Und was dann passieren wird.

Das Leben auf dem Land ist natürlich längst nicht mehr so, wie es in derartigen Zeitschriften häufig beschrieben wird. Da wird viel romantisiert und die Nostalgie kommt auch nicht zu knapp. Aber trotzdem bieten Dörfer und überhaupt das ländliche Leben viele Vorteile gegenüber der Stadt. Weniger Lärm, weniger Verkehr, weniger Kriminalität, bessere Luft, weniger Anonymität, … Oh, und nicht zu letzt: häufig signifikant niedrige Mieten.

Worauf muss man verzichten? Na ja, ohne ein eigenes Auto hat man in der Regel verloren. Das braucht man selbst in größeren Ortschaften praktisch für alles. Den Weg zum Arzt, den Einkauf. Auch wenn man abends mal weggehen will, sei es nun in ein Restaurant, eine Kneipe oder zum Feiern – häufig wird man zu hause bleiben müssen, wenn man nicht fahren oder ein teures Taxi bezahlen möchte. Und ob das Kind mit dem Rad oder gar zu Fuß zur Schule kommt ist auch nicht gewiss. Wenn dann noch die Busse ungünstig fahren…

Für viele, und zwar nicht nur für das Gros der Land-Zeitschriften-Käufer, dürften die Pluspunkte aber überwiegen. Leben auf dem Land, arbeiten in der Stadt. Ist das die Zukunft? Und was bedeutete das für die Städte? Wenn mehr und mehr Leute aufs Land zögen, würden dann Dienstleister wie Ärzte folgen und würde die Versorgungslage in den Städten dann leiden? So weit, dass das Landleben irgendwann nicht nur die subjektiv sondern auch objektiv bessere Wahl wird? Finanztechnisch wäre es dann wohl klug jetzt Immobilien außerhalb von Städten zu kaufen.

Für Städte würde das außerdem noch zwei weitere schwer verdauliche Dinge mit sich bringen: Zum einen würde die Stadtflucht, die Suburbanisierung, zu geminderten Steuereinnahmen führen. Zum anderen müssten die Städte gleichzeitig mit stärkeren Pendlerströmen zurecht kommen.

Landkreise müssten ihrerseits auf einige Dinge achten. Nämlich darauf, dass aus den Dörfern keine Städte werden. Darauf, dass die Vorteile, die das Land gegenüber der Stadt hat, erhalten bleiben. Und es muss an vernünftigen Lösungen in Sachen Mobilität gearbeitet werden. Vorzugsweise gemeinsam mit den Städten, wo die Menschen zum Arbeiten hinfahren.

Bin ich da völlig auf dem Holzweg? Ist das ein aktuelles und reales Problem? Oder habe ich mir da (viele) Gedanken um ein Thema gemacht, das in der echten Welt keine Rolle spielt? Die nähere Zukunft wird es zeigen. Mich persönlich reizt das Leben in der Stadt schon länger nicht mehr. Ich wohne nur noch in der Stadt, weil ich in meiner WG in Kiel noch günstiger wohnen kann, als ich das allein außerhalb könnte, ohne meinen Lebensstandard zu mindern.

24. April 2013 1 comment Read More
Die Telekom macht das Internet funktional kaputt

Die Telekom macht das Internet funktional kaputt

So, nun ist es offiziell. Wer ab dem 02.05.2013 Internet bei der Telekom kauft, wird nach einem Volumen von, je nach Tarif, 75 bis 400GB auf 384Kbit/s gedrosselt. Damals, in der schlechten Zeit, als ADSL (“T-DSL”) noch richtig, richtig langsam war, hatte man übrigens eine Geschwindigkeit von 768Kbit/s.

Bei dem besten/teuersten Tarif, den die Telekom einem ohne Glasfaserkabel anbietet (VDSL mit 50Mbit/s) greift diese Drosselung dann nach 200GB. Wenn man zum Beispiel “Der Hobbit” bei iTunes in HD (in diesem konkreten Fall heißt HD sogar nur 720p) ausleiht sind das mal eben 6,5GB. Bei “Cloud Atlas” sind’s sogar 6,8GB, während ein durchschnittlich langer Film wie “Man tut was man kann” auf 3,7GB kommt. Wer einen Apple TV sein Eigen nennt, kommt sogar in den Genuss von Full-HD-Filmen (1080p), die sogar noch größer sind.

Dank iTunes Match habe ich keine Musik mehr auf meinem Rechner sonder streame alles aus der Cloud. Außerdem habe ich diverse Podcasts abonniert, gucke viel YouTube, nutze Dropbox, lade meine Fotos auf Flickr, lege meine Backups online ab, … Mit anderen Worten: Ich nutze das Internet ganz normal. OK, vielleicht bis auf die Sache mit den Online-Backups. Das hat sich in Deutschland noch nicht flächendeckend durchgesetzt. Die Telekom macht mir jetzt nach 200GB die Leitung zu. OK, ich habe Glück im Unglück und bin schon Kunde, werde also nur auf 6Mbit/s gedrosselt. Aber das in einer Zeit, in der man in Japan für um die 40 Euro Internet mit 1Gbit/s kaufen kann. Das in einer Zeit, in der Google in den USA Glasfaser-Internetzugäng praktisch verschenkt.

Die Telekom führt Deutschland zurück in die “dark ages” des Internet. Vermutlich gibt’s auch bald wieder günstigere und teurere Internet-Zeiten. Wer sein VDSL tagsüber nutzt bekommt nur jedes zweite Bit gegen sein Volumen gerechnet. Abends dafür das 1,5-fache. Oder umgekehrt. Mondscheintarif.

Neben dieser ganzen Sch… birgt das auch noch die Gefahr eines neuen Volkssports: Telekom-DSLs-runterfahren. Wenn ich bei einem Provider ohne Drosselung bin und deine Telekom-IP-Adresse kenne, kann ich da doch ungehindert Daten drauf ballern. Das mache ich am zweiten eines Monats einfach mal zwei, oder drei Stunde lang und schon surfst du nur noch mit 348Kbit/s. Oder noch besser: Ich mache das von einem gut angebundenen Server aus. Dann geht’s noch schneller.
Oder noch besser: Die Telekom macht das einfach selbst. Ich will denen das jetzt nicht unterstellen. Aber das wäre ein weiteres interessantes Modell für Mehreinnahmen. Denn man wird wohl zusätzliches Volumen kaufen können. Lass die doch mal nur 3% ihrer Kunden im Monat durch eine “Panne” mit Daten zuscheißen. Wenn davon nur jeder zweite 5 Euro nachwirft, weil er auch die restlichen 20 Tage des Monats noch YouTube gucken können will…

Oh, und dann ist da noch die Problematik der Netzneutralität. Denn die Telekom-Bits (Videoload, T-Entertain) zählen natürlich nicht gegen das Limit. Somit muss ich nicht nur überlegen, ob ein Film z.B. bei Videoload oder iTunes günstiger zu haben ist, ich muss auch noch einkalkulieren, ob mich der Film bei iTunes zwar 50 Cent weniger kostet, mich dafür aber vielleicht über mein Monats-Limit schiebt. Völliger Irrsinn. Aber vielleicht kann man dann ja bald für 10€/Monat eine iTunes-Flatrate oder eine YouTube-Flatrate dazu kaufen. Mit Spotify machen sie’s ja schon jetzt so…

Na ja, wer das ganze noch mal wirklich gut aufbereitet hören möchte, hört bei Clemens/David rein. Viel Spaß und seht zu, dass ihr von der Telekom weg kommt. Auch wenn die Telekom sagt, sie werde diese Drosselung technisch nicht vor 2016 umsetzen können. Weiß man’s? In den Verträgen steht’s drin und es kommt, wenn’s kommt.

22. April 2013 0 comments Read More
Syrien

Syrien

Ich habe mich seit dem Wochenende mal etwas ausführlicher mit dem Thema Syrien beschäftigt, um zu verstehen, weshalb das Land angekommen ist, wo es sich aktuell befindet – im Chaos.

Eigentlich hätte an dieser Stelle einen länglichen Post mit einer kurzen Geschichte Syriens verfassen wollen. Gerade noch rechtzeitig bin ich auf ein Video vom großartigen ZeFrank gestoßen, der genau das quasi schon getan hat. Zwar endet seine Geschichte 2011 – aber die Entwicklungen seit dem sind uns ja ohnehin allen bekannt.

In diesem Sinne: Syria :: 10,000 BC to 2011

 

17. April 2013 0 comments Read More
Disko-Klo

Disko-Klo

Ich war heute als Fotograf auf einem Konzert, das vorwiegend von schulpflichtigen Kindern besucht wurde. Während ich so am Bühnenrand stand wanderten gefühlte hunderte Mädels und Frauen (wohl überwiegend zugehörige Mütter) an mir vorbei gen Toiletten. Und kamen größtenteils mit verstörtem, zumindest aber angewidertem Blick vom stillen Örtchen zurück.
Der Konzertveranstaltungsort wird vor allem als Disko benutzt. Und wer Disko-Klos kennt, weiß woher die Blicke rührten.
Bei den Mädels dachte ich zuerst “Tja, gewöhnt euch schon mal dran. Besser wird’s nicht.” Und bei den Frauen “Tja, schon länger nicht mehr abends weg gewesen, was?”

Aber: es war nicht vier Uhr morgens an einem Wochenende. Es war gerade mal 20:00 an einem Wochentag und außer ein paar wartenden Vätern trank praktisch niemand Alkohol. Ein späterer Besuch des Herren-Klos offenbarte: selbst im nüchternen Zustand ist der durchschnittliche Konzertbesucher offenbar zum Sch***** und Pi**** zu blöd. Erschreckend.

Aber warum sollte es auf einem Disko-Klo auch viel besser aussehen als an einer Uni? Mein erster Besuch der Keramikabteilung der örtlichen Universität Anno 2005 ließ mich erstaunen vor der Unfähigkeit der “Bildungselite” ihr Geschäft einigermaßen ordentlich hinter sich zu bringen.

Da muss man auf so einem Disko-Klo vermutlich schon froh sein, dass die Schüsseln nicht bereits 30 Minuten nach Einlass explodiert sind.

Können wir uns als Gesellschaft vielleicht darauf einigen, dass Kants kategorischer Imperativ zumindest auf öffentlichen Toiletten für alle zu gelten hat? Danke.

11. April 2013 1 comment Read More
Das Leistungsschutzrecht – die SPD wars

Das Leistungsschutzrecht – die SPD wars

Das Leistungsschutzrecht kommt. Schuld ist auch die SPD. Ja, ich weiß, dass das Gesetz von CDU und FDP gemacht, eingereicht und durch den Bundestag gepeitscht wurde. Ja, ich weiß, dass ein Veto des Bundesrats das Gesetz nicht direkt hätte verhindern können. Aber es hätte eine Entscheidung dazu mindestens aufschieben können. Aufschieben bis nach der Wahl im Herbst, die SPD/Grüne gemeinsam gewinnen wollen.

Aber daran hatte die SPD kein Interesse. Wer einen Blick in den Entwurf des Wahlprogramms wirft oder sich anguckt, was Steinbrück zuletzt zum Leistungsschutzrecht hat verlauten lassen, erkennt, dass die SPD von der Contra- zur Pro-Leistungsschutzrecht-Partei geworden(?) ist. Zu erahnen war das schon während der Bundestagsabstimmung, wo sämtliche Partei-Spitzenleute aus “terminlichen Gründen” nicht anwesend waren. Und das, obwohl Peer Steinbrück noch zu Monatsanfang ein klarer Gegen des Leistungsschutzrechts war.

Taktik

Ich unterstelle der SPD dabei auch taktisches Kalkül. Wie die Abstimmung und Gesetzgebungsprozess gelaufen sind ist bald vergessen und man kann sich dann bequem auf “Ja, aber das Gesetz haben doch die anderen Gemacht” ausruhen. Im Vergessen und Verdrängen ist die SPD nämlich gut. Zu gerne ignoriert man nämlich, dass viel von dem Quatsh, an dem wir heute “leiden”, zu Zeiten der großen Koalition von der SPD mitgetragen wurde.
Außerdem, ich unterstelle weiter, will man vielleicht im Wahlkampf die Axel Springer AG nicht noch mehr gegen sich aufbringen als ohnehin schon, quasi per Definition.

Aber wenn das Gesetz doch eh kommt…

Warum Energie im Kampf gegen ein Gesetz verschwenden, das eh kommt? Um Rückgrat zu beweisen! Um zu zeigen, wo man steht. Ich bin nach wie vor kein CDU-Gegner. Aber ich weiß, dass die CDU in vielen Belangen einfach schlechte Politik macht. Das weiß ich, das kann ich einkalkulieren bei einer Wahlentscheidung: Bei A, B und C werden sie garantiert versagen, aber ihre Haltung bei D ist mir wichtiger als A,B und C zusammen. Fertig.

Die SPD verkommt zunehmend zu einer Wundertüte – im schlechtest möglichen Sinn. Es wird das eine gesagt und das andere gemacht. Die FDP ist seit Jahren als “Umfallerpartei” verschrien, aber ist die SPD da wirklich so viel besser? In vielen (bei weitem nicht allen!) Punkten nicht.

Was wünscht man sich aber in solchen Zeiten? Einen verlässlichen Partner an seiner Seite, auf den man bauen kann. Ich kann das nicht. Bei mir wichtigen Themen versagt die SPD regelmäßig. Nur ohne das, wie die CDU, vorher anzukündigen. Seien wir mal ehrlich: Was wird von den rot-grünen Jahren und den Jahren der SPD-Regierungsbeteiligung unter Merkel bleiben, wenn wir in 20 Jahren zurück blicken? Hartz IV und der (Anfang) einer total verkorksten Rettung Europas. Die SPD hat bei allen großen Aufgaben versagt: Wir haben keine gerechtere Gesellschaft, wir haben kein besseres Gesundheitssystem, kein vernünftiges Rentensystem und keine merklich verbesserte Bildungs- oder Familienpolitik bekommen. Alles SPD-Top-Themen. Und bei den mir ganz persönlich wichtigen Themen hat sie zuletzt eben auch versagt. Zum Beispiel bei der Vorratsdatenspeicherung oder jetzt eben beim Leistungsschutzrecht. Oh, und dass das Gesetz zur Einfachen Identifizierung von Personen im Internet durch die SPD im Bundesrat gestoppt oder zumindest vertagt wird, darauf hoffe ich auch nicht mehr.

Klar, das alles wird nicht dadurch besser, dass CDU/FDP weiter regieren. Aber wenn die CDU in den Punkten A-D nicht meiner Meinung ist, die SPD in diesen Punkten zwar meiner Meinung ist, dann aber anders handelt, und die CDU im Gegensatz zur SPD bei E und F voll und ganz meiner Meinung ist und diese Politik dann auch durchsetzt – dann bin ich mit einer schwarz-gelben Regierung besser bedient. Das ist einfachste “Wahl-Mathematik”.

 #diespdwars

Was machen SPD-Menschen, wenn man dieses Verhalten zum Beispiel auf Twitter anmerkt und rügt? In der Regel bekommt man einen flapsigen Kommentar gefolgt von dem Hashtag “#diespdwars” zurück. Mir und ALLEN ist vollkommen klar, dass diese ganze, Entschuldigung, Scheiße über die wir derzeit debattieren in 9 von 10 Fällen nicht  von der SPD kommt. Aber sie tut auch nichts dagegen und das ist verwerflich. Der alte Spruch “Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren” kommt einem in den Kopf. Vermutlich hat Deutschland noch nie seit den 1920er/1930er Jahren so sehr eine starke SPD mit Politik für die Bürger gebraucht wie jetzt. Man könnte von einer Jahrhundert-Chance sprechen, die gerade vertan wird. Noch nie hatten die Menschen hierzulande eine so große Einsicht in die Notwendigkeit schwieriger Maßnahmen. Noch nie war einer so großer Zahl von Menschen so klar, dass a) etwas passieren und b) dabei Prioritäten gesetzt werden müssen.

Aber anstatt sich zunächst kritisch mit der eigenen jüngeren Vergangenheit auseinanderzusetzen (und sie anzuerkennen) und dann motiviert und zukunftsgewandt Politik für das 21. Jahrhundert zu machen, vergibt die SPD seit Jahren konsequent jede Steilvorlage vor dem leeren Tor, die sie von der Regierungskoalition mit schöner Regelmäßigkeit geliefert bekommt.

Frust und Angst

Wenn man nur halb so fortschrittlich wäre, wie man sich gibt, würde man in der SPD viel mehr auf seine eigenen (häufig jungen) Experten hören und entsprechend handeln. Auf Twitter und Co bekommt man mit, wie frustriert viele SPD-”Netzmenschen” sind.  Meine große Sorge ist: Wenn die SPD doch kluge Köpfe hat, die die richtigen Hinweise geben und sie doch immer wieder gegensätzlich handelt – ist das vielleicht auch bei den Themen, von denen ich keine Ahnung habe, wo ich es also nicht überprüfen kann, genau so? Also: ist die SPD nur dort “schlecht”, wo ich es beurteilen kann oder überall? Warum sollte ich denn davon ausgehen, dass seitens der SPD-Führung wirklich die besten und klügsten Vorschläge zur Reformierung der Gesundheitspolitik artikuliert werden, wenn das in anderen Bereichen auch ganz offensichtlich nicht der Fall ist?

Die Wahl

Die Bundestagswahl rückt zügig näher. Wenn es meine Partei, die Piraten, bis dato noch gibt (SCNR) werden die meine Stimme bekommen. Ich, der jahrelang CDU und FDP gewählt hat, wünsche mir eine starke SPD. Der Karren Deutschland steckt so weit im Dreck, dass ich sogar meinen Ideologie-Schweinehund zu überwinden bereit wäre und mir vorstellen könnte, mein Kreuz bei den Sozen zu setzen. Aber ich weiß halt nicht, was ich bekomme. Gäbe es die Piraten nicht, ich wüsste nicht, was ich wählen sollte. CDU und FDP sind momentan eine gute Hilfe für politische Entscheidungen. Was immer sie auch fordern, wenn man das genaue Gegenteil fordert steht man zumindest nicht als Depp da und bekommt vermutlich noch viele Schulterklopfer. Genau an der Stelle wünsche ich mir die SPD 2013. Seit Jahren poltern Steinmeier, Steinbrück und SigiPop, flankiert von der schrecklichen Nahles, gegen die Politik der CDU und FDP – aber wenn es drauf ankommt, wird das Händchen eben doch gehoben. Oder eben nicht. Auf jeden Fall nicht dagegen. (Ja, im Bundestag hat die SPD noch gegen das LSR gestimmt – da war’s ja aber auch gefahrlos und es waren keine Konsequenzen zu erwarten.)

Und nun?

Es bleibt die Frage, wohin die SPD will. Weiter auf dem Weg zur “CDU light”? Dann ist mir das “Original” doch immer noch lieber. Eben weil man da weiß, woran man ist. Ja, es ist unfair, dass CDU/FDP ein Gesetz beschließen und die SPD dafür auf die Fresse bekommt. Aber, und das klingt jetzt zunächst albern, liebe SPD, nimm das als Lob. Von der CDU und FDP erwarten die Menschen anscheinend schon nichts anderes mehr. An dich hat man den Glauben noch nicht ganz verloren, weshalb so emotional und eruptiv reagiert wird. Nimm dir das zu Herzen, SPD. Du und ich, wir werden nie Freunde werden – aber du hast die Chance zumindest das deutlich(!) kleinere von zwei Übeln zu sein. Und das aus meinem Mund und dir gegenüber ist fast schon ein Heiratsantrag.

 

23. März 2013 0 comments Read More
Das Ende von Google Reader

Das Ende von Google Reader

In der letzten Woche hat Google das Aus für den eigenen RSS-Dienst “Google Reader” verkündet. Das ist Drama und Chance zugleich. Was viele in der Debatte, die die Ankündigung ausgelöst hat, verkennen: es geht nicht um die Client-Funktion von Google Reader. Die Nutzeroberfläche ist veraltet und nicht mehr wirklich funktional, beziehungsweise mindestens nicht mehr an die vorherrschenden Realtäten des Internets angepasst.

Wichtiger ist, was der Dienst Google Reader hinter den Kulissen liefert – und zwar für die diversen Clients und damit auch die RSS-Feed-Leser. Zum einen ist da ein erstklassiger Synchronisierungsservice. Mein RSS-Reader auf Mac und iPhone muss nicht jeden einzelnen Feed abklappern, sondern sich nur mit Google in Verbindung setzen und weiß dann sofort, was es neues für mich gibt. Google Reader ist für diese, von mir abonnierten Feeds auch so etwas wie ein Proxy mit Normalisierungsfunktion. Das heißt, dass über Google Reader abonnierte Feeds in einem standardisierten Format angeliefert werden. Die Software auf dem Endgerät muss ich um nichts mehr kümmern, sondern bekommt alles mundgerecht vorgesetzt. Als Entwickler kann man sich so ganz auf das Interface und fortschrittliche Funktionen kümmern.

Ja, RSS ist alt und es ist Zeit für ein Update oder gar einen modern(er)en Ersatz. Aber machen wir uns nichts vor: Bis zum Juli, wenn die Ära von Google Reader endet, wird es nichts neues geben, was auch nur eine entfernt derartige Akzeptanz erfahren würde. Es muss also Dienste geben, die zumindest die serverseitigen Aufgaben von Google Reader übernehmen und, zumindest vorerst, idealerweise die Google-Reader-API kopieren, respektive adaptieren. Erst mal muss das System am Laufen gehalten werden, bevor neue Schritte getan werden können.

Ziel muss ein offener Severstandard werden, damit das neue/überarbeitete System unabhängig von einem einzelnen Anbieter funktionieren kann. Schon jetzt gibt es diverse Lösungen oder zumindest Lösungsansätze. Aber solange jeder sein eigenes Süppchen kocht wird auf Seite der Clients viel, viel Zeit auf Anpassungen an die verschiedenen Systeme verschwendet werden.

17. März 2013 1 comment Read More
Ist die SPD doch Pro-Leistungsschutzrecht?

Ist die SPD doch Pro-Leistungsschutzrecht?

Eben gerade noch habe ich die SPD gelobt, weil sie sich im Bundestag fast geschlossen gegen das Leistungsschutzrecht ausgesprochen hat und auch im Bundesrat dagegen vorgehen will. Jetzt habe ich das “Regierungsprogramm” der SPD, bzw. den Entwurf dazu vom 11.03.2013, für die Bundestagswahl 2013 mal nach ein paar für mich relevanten Begriffen durchsucht. So zum Beispiel “Internet” oder “geistiges Eigentum”. Gestoßen bin ich auf folgende Passage (S. 54).

“Das geistige Eigentum ist der Rohstoff der Kultur- und Kreativwirtschaft. Die unverbrüchliche Verbindung zwischen Urheber und Werk darf nicht relativiert werden. Der Schutz des geistigen Eigentums ist für die SPD deshalb essentiell. Dennoch ist eine Modernisierung des Urheberrechts notwendig, um Kreative und Urheber in der digitalen Ökonomie zu stärken und die Rahmenbedingungen neuer digitaler Nutzungspraktiken urheberrechtlich verbindlich zu klären. Unser Ziel ist es, einen fairen und gerechten Ausgleich der Interessen von Urhebern, Verwertern und Nutzern sicherzustellen, der die kulturellen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Kultur- und Kreativwirtschaft gewährleistet.

• Wir wollen Geschäftsmodelle fördern, die eine legale Nutzung geschützter Inhalte rechtssicher ermöglichen. Dazu müssen wir die Erprobung neuer Geschäftsmodelle auch rechtlich ermöglichen, z.B. durch eine vereinfachte Lizensierung.

Presseverleger brauchen eine gesetzliche Regelung, die ihnen die  Verfügungsgewalt über ihre Produkte im Netz sichert und ermöglicht, die unbefugte Verwendung ihrer Artikel durch Dritte (z.B. durch Aggregatoren oder Harvester) zu unterbinden.

(Hervorhebung aus dem Programm übernommen).

Das klingt doch verdächtig nach so etwas, wie es die schwarz-gelbe Koalition derzeit durchdrücken will. Vielleicht sollten alle stimmberechtigten Sozialdemokraten mal in sich gehen und überlegen, ob sie diesen Entwurf tatsächlich so verabschieden wollen.

Hm, jetzt hab ich das schon runtergeschrieben und wollte noch etwas mehr recherchieren, da stoße ich auf einen Artikel auf netzpolitik.org, der das Thema auch schon aufgegriffen hat. Dort wird dann auch eine wichtige Frage gestellt, als Reaktion auf Kommentare einiger SPDler, dass das ja so nun nicht gemeint wäre: “Falls dem so ist, warum schreibt dann die SPD nicht explizit dazu, dass man das Leistungsschutzrecht ablehnt, sondern impliziert durch eine offene Formulierung, dass die Forderung mehrdeutig verstanden werden könnte?”

Na ja, vielleicht passiert da ja bis zur finalen Fassung noch was…

15. März 2013 0 comments Read More